Nach der unnötigen Niederlage beim Tabellenletzten in Erding fanden die Heilbronner Falken am zweiten Weihnachtsfeiertag die richtige Antwort und bezwangen den Tabellenführer aus Deggendorf in einem sehr guten und äußerst fairen Oberligaspiel mit 6:3. Dabei zeigte das ersatzgeschwächte Team von Trainer Niko Eronen eine Top-Leistung, überzeugte vor allem kämpferisch und war vor dem gegnerischen Tor effizienter als der Spitzenreiter, der nach elf Siegen in Folge erstmals wieder eine Niederlage einstecken musste. 2.362 Zuschauer, davon viele mit dem Sonderzug aus Niederbayern angereiste Fans, sorgten für prächtige Stimmung im Eisstadion am Europaplatz.
Die Falken mussten weiterhin auf einige Leistungsträger verzichten. Zu den Ausfällen von Just, Ritchie und Schiller gesellte sich auch noch Sebastian Hon, so dass eine ganze Sturmreihe fehlte und wie fast immer in den letzten Wochen nur sechs Verteidiger zur Verfügung standen. Die Niederbayern legten wie erwartet ein hohes Tempo vor, das die Unterländer mitgehen konnten. Durch Berry und Cabana hatte man auch Möglichkeiten zum 1:0, doch der erste Treffer fiel auf der anderen Seite, als ein Schuss von der Bande zurückprallte und Curtis Leinweber erfolgreich abstaubte. Bei den Falken lief im ersten Powerplay noch nicht allzu viel zusammen, doch wenig später zog Paul Fabian von der rechten Seite einfach mal ab und überraschte Timo Pielmeier im Tor der Gäste zum 1:1-Ausgleich (16.).
Im Mitteldrittel dauerte es nur 64 Sekunden bis zum Führungstreffer der Gastgeber, Anderson bediente von hinter dem Tor Cabana, der sich die Chance nicht entgehen ließ und zum 2:1 traf. Und nur eine Minute später war Pielmeier erneut geschlagen. Bei den Falken war noch die gleiche Reihe auf dem Eis, wieder war Anderson der Assistent und bediente Jentsch, der den Konter erfolgreich zum 3:1 abschloss. Deggendorf antwortete nun mit einigen wütenden Angriffen und brachte die Scheibe mehrfach gefährlich vor den Kasten von Patrick Berger, der sich aber zunächst noch nicht überwinden ließ. Auf beiden Seiten fehlten dann in Überzahl jeweils Zentimeter, als erst Anderson für die Falken nur das Gestänge traf (29.) und anschließend auf der Gegenseite Stloukal im ersten Powerplay der Gäste die gleiche Erfahrung machen musste (33.). Beinahe hätten die Unterländer die Zwei-Tore-Führung mit in die Kabine genommen, doch 20 Sekunden vor der Pause traf Dylan Jackson aus spitzem Winkel und verkürzte auf 3:2.
Auch im Schlussabschnitt erwischten die Falken den besseren Start und konnten ihre Führung nach zwei Minuten ausbauen. Dieses Mal war Jentsch der Vorlagengeber, wieder traf Kapitän Freddy Cabana per Direktabnahme und erhöhte auf 4:2. Deggendorf blieb aber gefährlich und hätte postwendend beinahe verkürzt, als Ty Jackson aus kurzer Distanz den Pfosten traf. Auch danach waren die Kämpferqualitäten der Gastgeber in der Defensive gefragt, Deggendorf rannte weiter an und die Falken hielten gut dagegen, mussten aber nach 51 Minuten den Anschlusstreffer hinnehmen, als ein verdeckter Schuss von Humberstone den Weg in die Maschen fand. Nur zwei Minuten später jubelten die Fans der Gäste erneut, doch der vermeintliche Treffer von Ty Jackson wurde nach Videobeweis nicht anerkannt, da der Puck die Linie nicht überquert hatte. So fiel statt dem 4:4 das 5:3 – in der 55. Minute ging Gunars Skvorcovs auf und davon und konnte Pielmeier im zweiten Versuch überwinden. Dieses Mal hielt der Treffer auch dem Videobeweis stand. Gästecoach Casey Fratkin setzte alles auf eine Karte und nahm schon vier Minuten vor Schluss den Goalie vom Eis, wurde aber nicht belohnt. Die Niederbayern machten noch mal mächtig Druck, doch die Falken konnten die Scheibe erobern, Anderson legte quer auf Wagner, der mit einem Empty Net Goal zwei Minuten vor dem Ende alles klar machte.