In einem packenden ersten Viertelfinalspiel lieferten sich die Heilbronner Falken und die Indians aus Memmingen vor 2.454 Zuschauern wie erwartet ein spannendes und enges Spiel zweier starker Mannschaften, das mit einem 3:3 nach 60 Minuten in die Verlängerung ging. Die Overtime war nichts für schwache Nerven. Nach einem Memminger Pfostenschuss zu Beginn durften am Ende die Unterländer jubeln, nachdem Jan Pavlu in der 65. Minute den Siegtreffer erzielte und die Falken in der Serie mit 1:0 in Führung brachte. Am Sonntag geht es in Memmingen mit Spiel zwei weiter.
In den ersten Minuten ließen beide Abwehrreihen kaum etwas zu, bevor die Gastgeber nach sechs Minuten Paul Fabian zu viel Platz ließen und dieser die Scheibe an Patrick Berger vorbei zum 0:1 ins Netz schob. Mit diesem Treffer nahm die Partie Fahrt auf. Erst blieb Memmingen am Drücker und hatte Chancen zum 0:2, doch dann leisteten sich die Indians die erste Strafzeit und das beste Powerplay der Liga schlug zu. Der Spieler des Jahres der Oberliga Süd bewies seine Torjägerqualitäten, Nolan Ritchie konnte nach neun Minuten Bastian Flott-Kucis im Tor der Allgäuer mit einem verdeckten Schlenzer bezwingen. Die Falken hätten in einem weiteren Überzahlspiel nachlegen können, doch die Gäste überstanden diese Phase. Danach war es ein recht ausgeglichenes Spiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, weitere Treffer sollten im ersten Durchgang aber nicht mehr fallen.
Dafür dauerte es im Mitteldrittel nur 29 Sekunden, bis die Gäste jubeln durften. Memmingen begann den Durchgang in Überzahl, Svedlund brachte die Scheibe vors Tor und Denis Fominych fälschte zum 1:2 ab. Doch die Falken fanden schnell die richtige Antwort und schlugen nur anderthalb Minuten später zurück. Wieder fiel der Treffer im Powerplay, als Just Flott-Kucis prüfte, Cabana im Slot arbeitete und letztlich Gunars Skvorcovs zum 2:2-Ausgleich abstaubte. Danach war es eine packende Partie, in der es rauf und runter ging, mit leichten Vorteilen für die Unterländer. Diese wurden in der 32. Minute für ihre Bemühungen belohnt, wieder war Skvorcovs zur Stelle und bezwang Flott-Kucis aus spitzem Winkel. Auch in der Folge hatten die Falken mehr vom Spiel und Möglichkeiten, die Führung auszubauen, doch Flott-Kucis war mehrfach zur Stelle und bewahrte die Indians vor einem höheren Rückstand.
Auch im Schlussabschnitt konnten sich die Gastgeber nicht entscheidend absetzen, Memmingen wurde trotz der langen Serie gegen Hannover nicht müde und kam wieder zurück ins Spiel. Olmstead scheiterte bei einem starken Alleingang noch an Berger, doch wenig später kam Svedlund frei zum Schuss und traf in den Winkel zum 3:3-Ausgleich (48.). Im Powerplay lag nun den Führungstreffer der Gäste in der Luft, doch Berger bewahrte sein Team in dieser Phase vor dem Rückstand. Auf der Gegenseite konnten aber auch die Falken ihr letztes Überzahlspiel nicht nutzen, so dass es nach 60 Minuten keinen Sieger gab.
Die Indians fanden zuerst deutlich besser in die Overtime und hatten Pech, als Spurgeon nach einer halben Minute nur den Pfosten traf. Danach spielten aber nur noch die Falken, die sich reihenweise Chancen erarbeiteten, so dass Memmingen eine Auszeit nahm. Doch auch diese sollte nichts nutzen, wenig später legte Just die Scheibe ab auf Jan Pavlu, der direkt abzog und den Puck zum 4:3-Siegtreffer in die Maschen hämmerte.