Die Heilbronner Falken zeigten am Sonntagabend im Duell mit den Selber Wölfen eine grandiose Energieleistung und bogen ein schon verloren geglaubtes Spiel im letzten Drittel zu ihren Gunsten um. Mit 0:3 lagen die Unterländer bis zur 46. Minute zurück, bevor sie durch Tore von Jentsch, Weyrauch, Skvorcovs und Ludin das Spiel drehten und die 1.927 Zuschauer in Extase versetzten. Wermutstropfen waren allerdings die verletzungsbedingten Ausfälle von Nolan Ritchie nach sechs Minuten und von Sebastian Hon in der Schlussphase.
Die Unterländer mussten auf die verletzten Robin Just und Lars Schiller verzichten, waren aber anders als im letzten Heimspiel gegen Peiting von Beginn an präsent und hatten Möglichkeiten, in Führung zu gehen. In einem temporeichen und intensiven Oberligaspiel musste man nach sechs Minuten aber einen Rückschlag verkraften, als Topscorer Nolan Ritchie verletzungsbedingt ausscheiden musste. Außerdem handelte man sich die ersten Strafzeiten ein. Während Heilbronn das erste Unterzahlspiel trotz einer Riesenchance von Selbs Topscorer Chris Schutz noch überstehen konnte, nutzten die Oberfranken ihr zweites Powerplay zur Führung. Als Calder Anderson wegen eines Ellenbogenchecks fünf Minuten in der Kühlbox saß, bediente Ex-Falke Richie Gelke Fabjon Kuqi im Slot, der die Scheibe zum 0:1 in den Winkel zirkelte (11.). Die Falken hatten auch in der Folge durchaus Chancen auf den Ausgleich, doch insbesondere in ihrem ersten Powerplay waren die Schussversuche nicht präzise genug, so dass es mit einem knappen Rückstand in die Kabine ging.
Die Wölfe dominierten die Anfangsphase des Mitteldrittels und konnten in der 24. Minute ihre Führung ausbauen, als wiederum Kuqi von der linken Seite frei zum Schuss kam und Berger im Tor der Falken bezwingen konnte. In der Folge waren die Gastgeber zwar bemüht, konnten sich vor dem gegnerischen Tor aber kaum einmal wirklich gefährlich in Szene setzen. Effizienter blieben die Gäste, die ihr einziges Überzahlspiel des Drittels nutzen konnten. In der 33. Minute drückte Tabert aus kurzer Distanz die Scheibe zum 0:3 über die Linie. Danach hatten die Falken permanent optisch mehr vom Spiel, konnten den Abwehrriegel der Oberfranken aber nicht knacken. Alles, was aufs gegnerische Tor kam, war sichere Beute von Michel Weidekamp im Selber Kasten.
Auch im letzten Durchgang änderte sich das Bild zunächst noch nicht. Ein Überzahlspiel blieb ungenutzt, weiterhin fehlte die Durchschlagskraft – bis zur 46. Minute, als ein Schuss von Malte Krenzlin von Niklas Jentsch im Slot zum 1:3 abgefälscht wurde. Dieses Tor war der nötige Energie-Booster, den die Falken brauchten. Sie blieben nun am Drücker, holten eine Strafzeit heraus und konnten nur 62 Sekunden nach dem ersten Tor im Powerplay durch Thore Weyrauch aus spitzem Winkel auf 2:3 verkürzen. Nun war auch die Kulisse so richtig da, die Fans peitschten ihr Team nach vorne und die Wölfe leisteten sich weitere Strafen. In der 55. Minute wurden die Unterländer erneut belohnt, Skvorcovs war im Slot zur Stelle und verwandelte einen Rebound zum 3:3-Ausgleich. Doch damit nicht genug, nach einer Strafe wegen Spielverzögerung ging es weiter mit Heilbronner Powerplay. Nachdem der Führungstreffer schon mehrfach in der Luft gelegen hatte, war es schließlich Luis Ludin, der abstaubte und drei Minuten vor dem Ende zum 4:3 traf. Ein unnötiger Check von Niko Lahtinen an Sebastian Hon erhitzte zwei Minuten vor Schluss die Gemüter, der Selber Stürmer musste mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine und sorgte dafür, dass seine Mannschaft in der Schlussphase in Unterzahl agieren musste. Die Falken spielten im Powerplay den Puck hin und her, ließen die Gäste kaum noch an die Scheibe kommen und brachten die knappe Führung ins Ziel.