Geschäftsführer Stefan Rapp stand uns heute zu einem ausführlichen Interview zur Verfügung und hat uns seine Einschätzung zur aktuellen Situation geschildert.

1.) Situation Mannschaft & sportliche Leistung

Wie ist Ihre Meinung hinsichtlich der bisherigen sportlichen Leistung der Mannschaft?

Natürlich ist die sportliche Leistung der Mannschaft bisher nicht zufriedenstellend. Respektive spiegelt dies den aktuellen Tabellenplatz wider. Dennoch muss man klar sagen, dass die Tabelle nicht die Realität zeigt, da wir aktuell bis zu 7 Spiele hinter den anderen Mannschaften sind.

Zudem darf man nicht die Fakten außer Acht lassen – wir hatten zwei Mal mit Corona zu kämpfen. Daher stellt sich aktuell eine faire Einschätzung der gesamtheitlichen sportlichen Leistung eher schwierig dar. Auch die Kadersituation hat sich bisher nicht so gezeigt, wie wir es gerne hätten. Wir konnten zwar 90-95 % des alten Teams übernehmen, was die Fans und das Umfeld extrem begeistert hat, konnten aber bis dato nicht in der gewünschten Reihenzusammensetzung in der Hauptrunde spielen. Zudem sind mit Ian Brady und Davis Koch bereits vor der Hauptrunde zwei wichtige Spieler ausgefallen. Unser Kooperationspartner, die Adler Mannheim, mussten aufgrund eigener massiver Ausfälle, wie Krankheit und Abgang einiger Spieler hinsichtlich der NHL, auf Förderlizenzspieler zurückgreifen. Des Weiteren standen uns, aufgrund der U20 WM, weitere drei Spieler für insgesamt fünf bis sechs Wochen leider nicht zur Verfügung. Keine Organisation oder Trainer der Welt hätte dies kompensieren können.

 

Wieso konnten die Heilbronner Falken zwei Leader wie Damon und Nikiforuk nicht ersetzen?

Um den Verlust von Derek Damon und Alex Nikiforuk zu kompensieren, hatten wir selbstverständlich den Wunsch, Spieler für die kommende Saison zu verpflichten, die über „Leadership-Skills“ verfügen und die uns auf diesen Positionen qualitativ verstärken können.

Da sucht man aber leider die „eierlegende Wollmilchsau“. Es ist nicht möglich eine Person eins zu eins zu ersetzen, die in einer Infrastruktur ihren Mehrwert gebracht hat. Jede Person und jeder Spieler hat eine eigene Individualität. Wir hatten es im Fokus aber bis dato haben wir leider noch nicht die Möglichkeit gesehen, diese beiden Positionen adäquat zu ersetzen. Das liegt sowohl an der aktuellen COVID Pandemie, den finanziellen Aspekten und dem Angebot auf dem Spielermarkt.

 

Die sportliche Leistung bzw. die Verpflichtung der Spieler Neal und Reisz sind bei den Fans immer wieder im Gespräch. Was sagen Sie dazu?

Die Verpflichtung von Matt Neal zeigt bisher noch nicht den Erfolg, den wir uns erhofft haben. Die letzten Spiele haben teilweise aber durchaus gezeigt, was in ihm steckt. Sein Talent blüht immer mal wieder auf, allerdings hat er bisher noch nicht die Effektivität und Stabilität gezeigt, von der wir ausgingen. Das wird sich aber hoffentlich in den nächsten Spielen zeigen, sobald er weiterhin das Niveau der letzten Spiele hält bzw. darauf aufbaut.

Aron Reisz wurde uns seitens seiner Agenten während der Quarantäne-Phase angeboten. Der sportliche Bereich hat sich dann innerhalb von einer Woche gemeinsamer Trainingsaktivitäten dazu entschieden mit Aron eine Zusammenarbeit zu starten. Wir sind der Meinung, dass er uns hinsichtlich seines Kampfgeistes und seiner Schnelligkeit stabilisiert und uns insbesondere bei diesem harten Spielplan, den wir vor uns haben und bei der nicht vorhandenen Planbarkeit einen Mehrwert bringt. Er sollte nie einen Brady, Koch, Damon oder Nikiforuk ersetzen – dies war uns bewusst.

 

Unsere Förderlizenzspieler werden aktuell die meiste Zeit in Mannheim und nicht in Heilbronn eingesetzt. Was sind die Gründe hierfür? Macht eine Kooperation mit den Adler Mannheim unter diesen Umständen noch Sinn?  

Wenn wir zurückblickend den sportlichen Erfolg der Heilbronner Falken in den letzten 2-3 Jahren betrachten, dann sind wir auf dem richtigen Weg, den sich die Falken, die Fans und das Umfeld gemeinsam wünschen. Das ist sicherlich unter anderem der Kooperation mit den Adler Mannheim geschuldet, durch die wir eine sportliche Stabilität und eine gewisse Ausgeglichenheit generieren konnten.

Die aktuelle Situation oder Saison als Maßstab zu nutzen, um gänzlich erfolgreiche Partnerschaften zu hinterfragen, sehe ich persönlich als einen falschen Ansatz an. Die Kooperation mit den Adler Mannheim hat gute Seiten aber sicherlich auch einige Seiten, die man in dieser Situation gemeinsam eruieren muss, um in Zukunft aus diesen Themen zu lernen, neue Möglichkeiten zu definieren und um eine stabile Lösung hinsichtlich der sportlichen Planbarkeit zu definieren. Beide Seiten schätzen die Zusammenarbeit und die Nähe zueinander und sehen den gegenseitigen Mehrwert, den man voneinander hat.

Nur aufgrund dieser aktuellen Situation gänzlich alles in Frage zu stellen, ist nach meinem Verständnis definitiv der falsche Weg. Das ist eine Ausnahmesituation, mit der niemand gerechnet hat. Es heißt Kooperationspartner, eine Partnerschaft wie in der Ehe in guten sowie in schlechten Zeiten. Was sich in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten im Rahmen dieser Kooperation ergeben bzw. verändern wird, das wird sich alles zeigen.

Ich lese öfters Aussagen wie „die Adler Mannheim verarschen die Falken“. Das ist nicht richtig. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, was sich unter dem Begriff „Verarschung“ im Detail verbirgt. Aber letztendlich haben die Heilbronner Falken die letzten zwei bis drei Jahre von der Kooperation partizipiert. Den sportlichen Erfolg, den man erreicht hat, wäre ohne diese Partnerschaft und finanzielle Unterstützung nicht möglich gewesen.

 

Ist die Verpflichtung von weiteren Importspieler in Planung?

Derzeit haben wir noch zwei Importlizenzen frei. Wir haben einen Kader von 18 direkten Spielern, 11 Förderlizenzspieler über die Adler Mannheim und ein Spieler der Jungadler Mannheim.

Florian Elias hat durch seinen Einsatz in der DEL und bei der U20 WM in Kanada, gemeinsam mit Stützle und Peterka die erste Reihe abgebildet. Nach unserem jetzigen Kenntnisstand startet er jetzt erst einmal weiterhin für die Adler in der DEL. Das gönnen wir dem jungen Flo! Es ist schön zu sehen, dass auch ein junger Spieler direkt aus der DNL den Weg in die DEL findet.

Wir sind seit Anfang der Saison in der Marktbeobachtung bezüglich der Importpositionen, die wir derzeit noch frei haben. Aufgrund des Ausfalls von Davis Koch und Ian Brady haben wir den Fokus auf diese zwei Spielertypen gelegt. Leider ist es trotz der aktuellen Situation sehr schwierig für die Position Rechtsschütze einen passenden Ersatz zu finden.

Im Bereich der Stürmer gibt es einige interessante Kandidaten, die uns verstärken könnten. Derzeit sind wir im engen Austausch mit einigen Spielern und Agenten. Dennoch muss das ganze Thema auch finanziert werden. Den zusätzlichen Aufwand müssen die Gesellschafter tragen und stemmen.

 

Sie hatten Anfang der Saison die „Qualifikation für die Play-Offs mit Heimrecht“ als Ziel definiert. Ist dies in der aktuellen Situation noch realistisch?

Dieses Ziel ist sicherlich noch aktuell. Allerdings muss man es aufgrund der Umstände, die die Mannschaft und die Organisation bis dato erleben mussten, etwas relativieren. Wir müssen täglich Anspruch und Wirklichkeit hinterfragen. Anspruch und Wirklichkeit hat einerseits etwas mit der Verfügbarkeit der Spieler und andererseits mit dem finanziellen Spielraum, den man ggf. noch hat, zu tun. Aufgrund von COVID ist der finanzielle Spielraum sehr, wenn nicht sogar absolut eingeschränkt, weil uns wichtige Einnahmen fehlen. Die Subventionen, die uns die Bundesregierung freigegeben hat, minimiert zwar den Verlust erhöht aber nicht den Ertrag.

Da es keine Pre-Playoffs in dieser Saison geben wird und man direkt von Platz 1 bis 8 in die Playoffs einsteigt, ist für uns das erste Etappenziel die Top 8 zu erreichen. Im besten Fall die Top 4 mit Heimrecht.

Aber aktuell haben wir erst ca. ein Viertel der Spiele absolviert. Nach dem heutigen Kenntnisstand weiß keiner, ob wir die Saison tatsächlich mit 52 Spielen beenden. Das ist zwar unser aller Ziel aber wir sehen ja alle, dass sich derzeit durch bestimmte externe Einflüsse sehr viel verschiebt. Somit ist eine Planbarkeit nicht gegeben und es ist für alle Beteiligten schwer Motivation und Leistungsbereitschaft aufrecht zu erhalten. Dies aufrechtzuerhalten ist aber unser Hauptaugenmerk und oberste Priorität. Wenn wir an die Erfolge, die eventuell jeder Einzelne unterschiedlich wertet, der letzten 2-3 Spiele kontinuierlich anknüpfen können, dann ist sicherlich sportlich alles für die Heilbronner Falken möglich!

 

2.) Wirtschaftliche Stabilität

Stellen Geisterspiele ein finanzielles Problem dar? „Können“ die Heilbronner Falken überleben, wenn ohne Zuschauer bis Ende der Saison gespielt wird?

Hier stellt sich erst einmal die Frage was man unter Stabilität versteht. Die Heilbronner Falken haben derzeit grundsätzlich kein finanzielles Desaster zu befürchten, da sowohl die Hauptsponsoren mit ihrem großen Engagement weiterhin zu den Falken stehen als auch die Gesellschafter ihren Beitrag zur Stabilität und zur erfolgreichen Durchführung der Saison 2020/2021 leisten.

Wir gehen nach dem jetzigen Kenntnisstand davon aus, dass wir in dieser Saison leider keine Zuschauer erlaubt bekommen. Das nimmt direkten Einfluss auf das Ticketing, das Merchandising und die Gastronomie. Im Rahmen der Ticketverluste erhalten wir Subventionen. Hier muss man allerdings berücksichtigen, dass es unterschiedliche Ticketpreise und -kategorien gibt. Es gibt die VIP’s, Sitz- und Stehplätze.

Im Rahmen der Vorgaben und Richtlinien haben wir gemeinsam mit unserer steuerlichen Beratung die Möglichkeiten aufbereitet, das Fördergeld beantragt und können positiv vermelden, dass wir zumindest im letzten Jahr die 80 % Verlustausgleich erhalten haben. Das hilft uns natürlich, den Spielbetrieb weiterhin aufrecht zu erhalten. In weiser Voraussicht haben wir den Prozess für 2021 fortgesetzt. Wir gehen davon aus, dass auch weiterhin die Fördergelder zur Verfügung gestellt werden. Sollten noch andere Fördermöglichkeiten für den Profisport oder für Unternehmen generell seitens der Bundesregierung angedeutet werden, dann werden wir uns gemeinsam mit unserer steuerlichen Beratung diesem Thema widmen.

Schlussendlich sind wir nach dem jetzigen Kenntnisstand in der Lage die Saison bis zum Ende finanziell durchzuführen. Über das betriebswirtschaftliche Ergebnis am Ende der Saison möchte ich noch keine Aussage treffen, aber es wird sicherlich kein Gewinn oder eine schwarze Null sein, dies sollte jedem klar sein!

 

Was passiert mit der Heilbronner Falken GmbH & Co. KG im Falle, dass der Heilbronner Eishockeyclub e.V. aufgrund der aktuellen Herausforderungen finanziell nicht überleben kann? Besteht hier eine Abhängigkeit?

Grundsätzlich sind der HEC und die Heilbronner Falken komplett voneinander getrennt, das heißt sie sind zwei eigenständige Unternehmungen. Sollte einer der beiden Partner in finanzielle Schwierigkeiten geraten, hat das somit keinerlei direkte und betriebswirtschaftliche Auswirkung auf den anderen.

Da der HEC den Stamm- und Heimatverein der Falken abbildet, bilden sich indirekte Einflüsse ab. Auf der sportlichen Seite im Rahmen der Vorgaben des DEB hinsichtlich der Lizenzierung einerseits und andererseits gibt es Auswirkungen aus emotionaler Sicht. Es wäre selbstverständlich ein Nackenschlag, sollte der HEC nicht in der Lage sein, seine Vereinstätigkeiten weiterzuführen.

Daher unterstützen wir den HEC im Rahmen unserer Möglichkeiten und stehen in engem Kontakt mit dem Vorstand und der Geschäftsführung. Wir alle hoffen und sind voller Zuversicht, dass der HEC auch diese Saison überstehen wird. Wir sehen hier keinerlei Notwendigkeit das Konstrukt aus HEC und Falken in Frage zu stellen.

 

3.) Sponsoren

Wie ist der aktuelle Stand im Bezug auf Sponsoren?

Wir freuen uns sehr über die Solidarität unserer Partner. Bis auf wenige Ausnahmen konnten wir auch für diese Saison langjährige Partner der Heilbronner Falken gewinnen.

Aus unterschiedlichen Gründen heraus müssen leider noch Altlasten bereinigt werden. Zu Beginn der Saison hat man das Sponsoren-Volumen analysiert, das heißt, wir haben geprüft wer als Sponsor bei den Heilbronner Falken platziert ist, welche Partnerschaften es gibt und wie sich die Details zu den Werbeleistungen und Tickets abbilden. Dabei hat sich herausgestellt, dass eine gewisse Ungleichheit besteht. Dieses Missverhältnis hat man gemeinsam in Absprache mit den Sponsoren bereinigt und konnte dann auf Grundlage dieser Basis für die Zukunft planen.

Durch die täglichen und wöchentlichen Verschärfungen im Rahmen der COVID-Pandemie sowie betriebswirtschaftlichen Einflüsse bei dem ein oder anderen Sponsor mussten wir auch Einbußen hinnehmen. Es gab aber auch Sponsoren, die entschieden haben, die Falken „noch mehr“ zu unterstützen.

Zudem konnten wir bis dato u.a. mit Tenno Sushi Lounge, Jabra, Saas-Fee, Toto-Lotto und dem Auktionshaus Simons neue Sponsoren für die Heilbronner Falken gewinnen. Dies ist in der jetzigen Situation sicherlich ein außergewöhnlicher Erfolg seitens der Verantwortlichen im Bereich Marketing und Sponsoring.

Einen 100 % Ausgleich im Rahmen der Budgetierung hinsichtlich Sponsoring konnten wir allerdings noch nicht erreichen. Wir sind weiterhin auf der Suche nach neuen Partnern, Sponsoren und Unterstützer des professionellen Heilbronner Eishockeys.

 

4.) Marketing-Aktionen

In Kritik stehen fehlende Marketing-Aktionen der Heilbronner Falken im Vergleich zu anderen Clubs. Die Fans fordern Aktionen wie Pappaufsteller oder der Verkauf von virtuellen Tickets. Ist aktuell etwas in Planung? Woran liegt es, dass die Heilbronner Falken bisher von solchen Aktionen abgesehen haben?

Für das Thema Ticketausfall gibt es bekanntlich Förderprogramme auf Seiten der Bundesregierung, die nur unter bestimmen Voraussetzungen greifen. Pappaufsteller inklusive Patenschaften haben wir als direkten finanziellen Support für die Heilbronner Falken bereits seit längerem auf dem Radar. Aufgrund der Infrastruktur der Halle konnten wir das leider bisher nicht umsetzen. Bei den Heilbronner Falken wird ausschließlich die Stehplatz-Tribüne übertragen und hier erzielt man durch die Anbringung von Pappaufstellern leider nicht den gewünschten Effekt.  Außerdem haben wir aktuell mit den Bannern unserer Fanclubs eine großartige Unterstützung!

An dieser Stelle möchte ich aber nochmals anmerken, dass wir offen für alle Ideen und Anregungen sind, die in der jetzigen Situation kurzfristig und mit geringem Aufwand umzusetzen sind und zu einem gemeinsamen Erfolg und Mehrwert führen.

Es darf dennoch keiner die aktuellen Umstände außer Acht lassen, mit denen wir als Organisation zu kämpfen haben. Anfang der Saison haben wir eine neue Organisationsstruktur aufgebaut, die nicht sofort hinsichtlich der Kapazität zur Verfügung stand. Der Aufbau einer neuen Organisation hängt insbesondere damit zusammen, dass sich Mitarbeiter nach der letzten Saison sowohl beruflich als auch persönlich verändert haben und dadurch einige Funktionsbereiche neu sukzessive besetzt werden mussten. Da wir natürlich das Ziel haben, mit den richtigen Mitarbeitern und der richtigen Leidenschaft für Eishockey, die Heilbronner Falken zu stabilisieren und für die Zukunft auszurichten.

Dann kommen noch die Corona-Bedingungen hinzu. Tagtägliche Veränderungen und Anforderungen, mit denen man bis dato umgehen muss. Keine Woche ist im Moment planbar. Das haben wir auch wieder letzte Woche bei der Spielabsage unseres Heimspiels gegen den EC Bad Nauheim gesehen – aktuell „fahren wir nur auf Sicht“. Wenn wir solche Themen haben, mit denen wir uns tagtäglich auseinandersetzen müssen, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, dann müssen wir Prioritäten definieren. Und es verschieben sich selbstverständlich die Prioritäten. Das führt dazu, dass bestimme Ideen und Anregungen nicht umgesetzt werden können bzw. verschoben werden müssen, weil sie nicht die Priorität haben, um den Spielbetrieb der Heilbronner Falken abzubilden. Das soll nicht heißen, dass wir diese Themen nicht bei uns im Zielkorridor haben, sondern dass wir zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen können, wann wir sie umsetzen können, weil wir absolut fremdgesteuert sind.

Zudem möchten wir uns eine Vergleichbarkeit mit anderen Clubs nicht erlauben und dies werden wir auch nicht tun. Wir wissen nicht und das weiß keiner außer die Betroffenen, warum es ggf. Möglichkeiten gibt, etwas umzusetzen oder ob es ggf. Notwendigkeiten gibt, etwas nicht umzusetzen. Letztendlich hat vieles damit zu tun, wie man es finanzieren kann, wie das Budget geplant war und wie sich das Budget im Laufe der Saison unter all diesen Umständen verändert. Daher ist meine persönliche Meinung, dass ein Vergleich nicht zielführend ist, sondern eher Unruhe schürt und folgend schadet.

Wir, die Heilbronner Falken, versuchen in erster Linie den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. In zweiter Linie versuchen wir Möglichkeiten zu nutzen, um uns zu stabilisieren und zu verbessern. Den größten Benefit, den wir aktuell haben ist, dass wir einen höheren Zuspruch in der Liveübertragung über SpradeTV abbilden können. Dafür möchten wir uns bei allen Unterstützern bedanken, die uns über SpradeTV bei den Heimspielen direkt finanziell unterstützen.

Wenn ein Verein, ein Club, eine Mannschaft oder die Organisation dahinter aufgrund des sportlichen „Erfolgs“ tagtäglich zu kämpfen hat, wird die Situation umso schwieriger, desto mehr man sich mit Anfeindungen und Grundsatzpessimisten auseinandersetzen muss. Es würde mich extrem freuen, wenn der Zuspruch gegenüber den Heilbronner Falken auch dann aufrechterhalten wird und die Unterstützung auch dann gegeben ist, wenn wir uns in einer Art Kellersituation, aus welchen Gründen auch immer, befinden. Nur gemeinschaftlich kommt man aus „Tiefen“ auch wieder raus. Ich spreche hier nicht von konstruktiver Kritik, das brauchen wir und daran wachsen wir. Meine persönliche Meinung ist, dass Loyalität und Integrität sich dadurch auszeichnen, dass man auch in sehr schwierigen Zeiten zueinander hält.

Ist es zielführend nach sieben Spielen einen Trainer in Frage zu stellen, wenn die Spiele unter absolut instabilen und katastrophalen Umständen durchgeführt wurden? Wenn ich nun mal mit einem minimierten Kader und Jugendspieler gegen gestandene Spieler, die im Spielbetrieb sind, auf das Eis gehe, dann ist es schwierig, einen Anspruch umzusetzen, der gänzlich von einer anderen Grundkonstellation ausgeht. Hier sollten wir alle hinterfragen, ob das noch etwas mit Fairness, Loyalität und Integrität zu tun hat.

Auch wir haben die letzten Wochen reflektiert und Schwachstellen identifiziert. Wir müssen uns in Zukunft etwas überlegen, egal ob es Podcast oder Falken-Fantalk genannt wird, wie wir den Informationsaustausch zwischen Fans und Falken besser, offener, ehrlicher und vor allem konstruktiver gestalten können. Daran werden wir auf alle Fälle arbeiten.

Ich bedanke mich bei den bisherigen aktiven und passiven Unterstützern, dem Heilbronner-Netzwerk, Personen und Firmen, die ich bei meiner Tätigkeit bei den Heilbronner Falken seit Mai kennenlernen durfte. Für mich ist es absolut faszinierend, mit welcher Leidenschaft, Engagement und persönlichen Enthusiasmus die Fans, Partner und Sponsoren zu den Heilbronner Falken und zum Heilbronner Eishockey stehen. Dafür nochmals von meiner Seite ein ganz großer Dank für die in diesen schwierigen Zeiten vorhandene Unterstützung!

„Volle Kraft voraus!“ Herzlichst grüßt Sie

Stefan Rapp

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