Nach dem 4:3-Erfolg am Freitag im Penaltyschießen gegen den EV Landshut mussten sich die Heilbronner Falken am Sonntag beim Rückspiel in Niederbayern mit 3:6 geschlagen geben. Dabei hatte man im Mitteldrittel Moral bewiesen und einen 0:3-Rückstand egalisiert, bevor wiederum stark aufspielende Niederbayern, die absolut nicht wie ein Tabellenvorletzter auftraten, im letzten Drittel die Partie für sich entscheiden konnten.

Die Falken mussten weiterhin auf ihre zahlreichen U20-Nationalspieler sowie die verletzten bzw. nach Mannheim abgestellten Akteure verzichten, bei den Gastgebern war Toptorjäger Robbie Czarnik wieder im Lineup und erwies sich zusammen mit seinem kongenialen Nebenspieler Mathieu Pompei von Beginn an als stetiger Gefahrenherd. So gehörten die ersten zehn Minuten eine flotten ersten Drittels auch den Niederbayern, die die ein oder andere Möglichkeit zur Führung hatten. Heilbronn war erst im ersten Überzahlspiel gefährlich und hatte durch Topscorer Dylan Wruck in der 14. Minute die beste Chance des Drittels, doch Hübl im EVL-Tor bewies wie schon am Freitag seine Klasse. Auch das gesamte Landshuter Team konnte an das gute Powerplay der letzten Begegnung anknüpfen und wurde in der 19. Minute belohnt. Ein Schuss von Pompei wurde noch geblockt, doch Hayes war zur Stelle und traf zur nicht unverdienten Führung für die Gastgeber.

Die Unterländer kamen dann mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine und hatten durch Maginot und Mapes gute Möglichkeiten auf den Ausgleich, bevor Brandl für die kalte Dusche sorgte. Der Stürmer des EVL schoss Falken-Keeper Nemec von hinter der Grundlinie an den Schoner, von dem aus die Scheibe zum 2:0 über die Linie trudelte (28.). Doch damit nicht genug, in der 33. Minute fuhren die Niederbayern einen blitzsauberen Konter, Czarnik legte quer auf Pompei, der Nemec keine Chance ließ, 3:0. Sekunden später hätte Czarnik gar das 4:0 nachlegen können, doch Nemec hielt sein Team im Spiel, in das die Falken dann tatsächlich sehr schnell wieder zurückfanden. Den Anfang machte Brady, der kurz nach dem Ablauf einer Strafe gegen Landshut mit einem Schlenzer auf 3:1 verkürzte (34.). In der 39. Minute gelang bei einem Konter nach Zuspiel von Jungadler Ribarik Knaub der Anschlusstreffer, er ließ Hübl elegant aussteigen. Und nur 26 Sekunden später sorgte ein perfekt vorgetragener Angriff mit einer schönen Einzelaktion von Nikiforuk am Ende sogar für den 3:3-Ausgleich – urplötzlich war alles wieder offen.

Auch die ersten Minuten im Schlussdrittel gehörten dann den Falken, die es aber versäumten, ihre sich nun bietenden Möglichkeiten zu nutzen, um das Spiel komplett zu drehen. Stattdessen fand nun Landshut die richtige Antwort, Bohac zog von der blauen Linie ab, Pompei war zur Stelle und brachte die Dreihelmenstädter wieder in Führung (45.). Es war nun ein offenes Spiel, Schmidpeter hätte wenig später nachlegen können, aber scheiterte an Nemec. Den Falken gelang es auch im vierten Überzahlspiel nicht, ein Tor zu erzielen, stattdessen traf der von der Strafbank gekommene Wehrs zum vermeintlichen 5:3 – doch der Schiedsrichter hatte im Glauben, Nemec habe die Scheibe sicher, bereits abgepfiffen. Hier hatten die Falken noch Glück, im Abschluss vor dem gegnerischen Tor sollte aber nichts Entscheidendes mehr gelingen. In der 53. Minute sorgte vielmehr Hofbauer mit einem tollen Solo für die Vorentscheidung, dieses Mal zählte der Treffer. In der Schlussphase probierten die Unterländer noch einmal alles und nahmen den Goalie vom Eis, doch Brandl traf ins leere Tor und setzte den Schlusspunkt zum 6:3 (59.).

Foto: DEL2/Christian Foelsner

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