Es war ein echter Playoff-Fight, den die Heilbronner Falken und die Bietigheim Steelers vor der prächtigen Kulisse von 3.486 Zuschauern den Fans beider Teams boten. Nach der unglücklichen Niederlage am Dienstag in Spiel eins hatten die Unterländer dieses Mal das bessere Ende auf ihrer Seite. Mit 2:1 wurden die Steelers am Ende durch Tore von Alderson und Eberhardt in die Knie bezwungen, Melichercik war der gewohnt sichere Rückhalt im Tor und insbesondere in Unterzahl zeigten sich die Falken erneut von ihrer besten Seite und ließen bei sieben Unterzahlspielen keinen Gegentreffer zu.

Von Beginn an war es eine intensiv geführte Partie, in der sich beide Teams nichts schenkten. Insbesondere die Falken spielten in der Anfangsphase zielstrebig in Richtung gegnerisches Tor und suchten den schnellen Abschluss. Nachdem schon Ross und Kirsch gute Chancen hatten, aber noch an Steelers-Goalie Sharipov gescheitert waren, brachte Alderson die Gastgeber in der 4. Minute in Führung. Ross hatte die Scheibe zum Tor gebracht, Alderson stand goldrichtig und verwandelte den Abpraller zum 1:0. Auch in der Folgezeit machte Heilbronn weiter Druck und hatte Möglichkeiten nachzulegen, aber auch die Steelers tauchten immer wieder gefährlich vor Melichercik auf. So war es ein schnelles und faires Spiel bis in die 16. Minute, als dann erstmals die Fäuste flogen – Bernhardt und Cabana waren aneinandergeraten. Auch danach leisteten sich beide Teams Strafen, so dass die Schlussphase des Drittels von vielen Unterbrechungen geprägt war, Tore sollten aber keine mehr fallen.

Der Playoff-Fight ging auch im Mitteldrittel mit hoher Intensität weiter. Dabei dominierten die Falken in den ersten zehn Minuten klar, scheiterten aber ein ums andere Mal an Sharipov, der vor allem bei Chancen von Lavallée, Heywood und Bernhardt auf dem Posten war und sein Team vor einem höheren Rückstand bewahrte. Gegen Mitte des Drittels kam Bietigheim dann besser ins Spiel, nun rückte auch das Tor von Melichercik verstärkt in den Mittelpunkt, so dass der Slowake mehrfach seine Klasse unter Beweis stellen musste. Gegen McKnight und Schoofs reagierte er glänzend, bei einem abgefälschten Distanzschuss von Steingroß musste in der 36. Minute die Latte zu Hilfe kommen. Nach einer sehr unsauberen Aktion von Hüfner an Ross kochten die Emotionen dann in der Schlussphase noch einmal hoch, das folgende Überzahlspiel machten sich die Unterländer durch eine weitere Strafe aber selbst zunichte. Kurz vor Schluss hatte dann Kirsch bei einem Solo in Unterzahl die große Chance zum 2:0, brachte die Scheibe aber nicht über die Linie.

Auch im letzten Drittel bekamen die Zuschauer dann alles geboten, was Playoff-Hockey ausmacht. Zwei Falken wanderten auf die Strafbank, mehr als eine Minute durften die Steelers bei doppelter Überzahl auf den Ausgleich hoffen, doch die Unterländer überstanden diese heikle Situation. Heilbronn konnte seinerseits ein Powerplay nicht nutzen, bevor dann Eberhardt in der 49. Minute die Arena zum Kochen brachte. Nach Bullygewinn vor dem gegnerischen Tor zog die Nummer 94, die ab dem Mitteldrittel den angeschlagenen Helms ersetzte, vors Tor und bezwang Sharipov aus kurzer Distanz mit einem Backhander. Bietigheim gab sich aber keineswegs geschlagen, sondern machte in der Folgezeit mächtig Druck. Melichercik musste ein ums andere Mal Kopf und Kragen riskieren und hatte in manchen Situationen heute auch das nötige Glück auf seiner Seite. Zum Schluss wurde es dann doch noch einmal richtig spannend: Die Steelers konterten in Unterzahl eiskalt, McNeely bediente Weller, der aus kurzer Distanz auf 2:1 verkürzte (56.). In der Schlussphase warf Bietigheim alles nach vorne, aber mit viel Kampf, Glück und Geschick retteten die Gastgeber die knappe Führung über die Zeit.

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