Eine tolle Moral zeigten die Heilbronner Falken im Kellerduell der DEL2 gegen die Lausitzer Füchse. Im Heimdebüt des neuen Trainers Bill Stewart sah es lange nach einer Niederlage aus, kurz vor Ende des zweiten Drittels führten die Sachsen noch mit 4:1. Dann aber drehten die Unterländer richtig auf und bogen das Spiel im letzten Drittel um, das man mit 4:0 für sich entscheiden konnte. Der Trainerfuchs scheint in der zweiten Drittelpause die richtigen Worte gefunden zu haben und hatte mit seinen Umstellungen im Schlussdrittel Erfolg, so dass die Partie am Ende noch mit 6:4 an die Falken ging.

Bei den Gastgebern stand Neuzugang Niklas Länger erstmals im Lineup, er verteidigte an der Seite von Maginot – musste allerdings schon im ersten Wechsel ein Gegentor hinnehmen, als Ex-Falke Rylan Schwarz nach zwei Minuten abzog und zum 0:1 traf. Heilbronn fand jedoch fast im direkten Gegenzug die richtige Antwort, Wruck setzte sich über die linke Seite durch und glich mit einem satten Schuss aus. Die Heilbronner Abwehr war aber auch in der Folge nicht immer sattelfest, so in der 8. Minute, als Tiefensee einen Distanzschuss nicht festhalten konnte und Andres zum 1:2 abstaubte. Auch danach hatte Weißwasser zunächst noch etwas mehr vom Spiel und Pech, als Schwartz nur die Latte traf (11.). Dann konnten sich die Unterländer immer mehr befreien und in der Folge einige Chancen herausspielen, aber Ancicka im Tor der Füchse war stets zur Stelle. Im einzigen Überzahlspiel des ersten Drittels gab es hüben wie drüben noch eine Großchance: Erst scheiterte Clark mit einem Konter an Tiefensee, im Gegenzug traf Nicholls nur den Pfosten (17.).

Im Mitteldrittel dauerte es dann nur 70 Sekunden, bis die Füchse erhöhen konnten. Clark kam frei zum Schuss und traf zum 1:3. Damit war auch Feierabend für Arno Tiefensee, ihn ersetzte nun Florian Mnich im Tor der Falken. Sein Gegenüber Tobias Ancicka bewahrte sein Team wenig später bei einem Alleingang von Reisz vor dem Anschlusstreffer, dann kochten kurzzeitig die Emotionen hoch. Mittendrin waren Michi Knaub von den Falken und die Ross-Brüder bei den Sachsen, doch es ging ohne große Strafen weiter. Als sich die Partie wieder beruhigt hatte, verpassten es die Unterländer, bei doppelter Überzahl zu verkürzen. Zu statisch das Powerplay, Ancicka musste keinen einzigen gefährlichen Schuss parieren. Im Gegenzug zeigten sich die Gäste effektiver: Wiederum war Schwartz zur Stelle und erhöhte nach 31 Minuten auf 1:4. Für Heilbronn sorgte Knaub kurz vor der zweiten Pause wenigstens für Hoffnung, er fälschte einen Schuss von Dziambor zum 2:4 ab.

Dieses Tor war ein Signal für das letzte Drittel, in dem die Chancenverwertung zunächst noch das Problem der Unterländer blieb. Nach 47 Minuten wurden die Bemühungen dann aber doch belohnt, einen schönen Spielzug über Neal und Della Rovere schloss Koch zum 3:4 ab. Heilbronn blieb jetzt am Drücker und war in der 51. Minute erneut erfolgreich: Endlich klappte es auch in Überzahl, Ancicka konnte einen Schuss von Nicholls nur prallen lassen, Della Rovere war zur Stelle und glich zum 4:4 aus. So ging es in eine spannende Schlussphase, in der Heilbronn ein Unterzahlspiel überstand und dann im Powerplay erneut zuschlug. Della Rovere legte perfekt quer auf Nicholls, der die Gastgeber in der 57. Minute erstmals in Führung brachte. Weißwasser machte in der Schlussphase noch einmal mächtig Druck, doch Mnich hielt, was zu halten war, bevor Nicholls mit einem Empty Net Goal alles klar machte und kaum noch für möglich gehaltene drei Punkte sicherte.

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