Die aktuelle Lage der Pandemie in Deutschland verlangt auch den Spielplangestaltern sowohl bei den Vereinen, als auch bei den Ligen einiges ab. So wurde das Spiel gegen den ESV Kaufbeuren nach der Quarantäne der Allgäuer verlegt. Der ESV musste nach dem Heimspiel gegen den EV Landshut am 13.11. den Spielbetrieb unterbrechen und steigt mit dieser Partie erst wieder ein. Dies wird für die Truppe von Rob Pallin keine einfache Aufgabe werden. Doch auch die Falken haben mit quarantänebedingten Ausfällen schon leidlich Erfahrungen gesammelt. Insgesamt vier Partien wurden bereits verschoben oder durch vorgezogene Partien gegen ebenfalls spielfreie Teams ersetzt. So müssen beide Teams mit dieser schweren Situation versuchen, bestmöglich zurecht zu kommen. Der ESV hat bisher erst drei Partien bestreiten können. Zum Auftakt gab es einen 8:1-Kanterseg gegen die Dresdner Eislöwen und eine 2:7-Auswärtsniederlagebei den Bietigheim Steelers, ehe das Spiel am 13.11. gegen den EV Landshut dramatisch mit 5:6 nach Penaltyschiessen verloren wurde. Nun gilt also für die Allgäuer das gleiche Prinzip wie für die Falken: Die Nachholspiele so erfolgreich wie möglich gestalten. Beide Teams haben durch den Get Ready Cup schon Erfahrungen gegeneinander gesammelt und werden alles in die Waagschale werfen.

Im Tor setzen die Verantwortlichen weiterhin auf das erfolgreiche Gespann Stefan Vajs und Jan Dalgic. Mit Vajs hat man noch immer einen der besten Schlussmänner der Liga zwischen den Pfosten, der auch durch seine jahrelange Vereinstreue zum ESV Kaufbeuren bekannt ist. So ist er mit dem Verein durch sämtliche Phasen im letzten Jahrzehnt gegangen und bestreitet seine 11. Spielzeit im Allgäu. Doch mit Jan Dalgic klopft im wahrsten Sinne des Wortes schon die Zukunft an. Der talentierte Dalgic konnte bereits letzte Saison seine Klasse unter Beweis stellen, als Vajs verletzungsbedingt fehlte und sich damit als echte Alternative empfehlen. Dennoch dürfte Vajs mit seiner Routine in dieser Partie normalerweise den Vorzug erhalten.

Die Defensive des ESV hat ihre Schlüsselspieler in Julian Eichinger und Florian Ketterer. Ersterer war schon zu seiner Zeit beim SC Riessersee ein wichtiger Leistungsträger und hat diese Rolle auch in Kaufbeuren übernommen. Was beide auszeichnet ist, dass sie sie auch gekonnt ins Offensivspiel ihres Teams einschalten können. Der dritte erfahrenere Spieler in der Defensive ist der gelernte Stürmer Alexander Thiel, der sich ebenfalls schon fast unverzichtbar in der Hintermannschaft gemacht hat. Die restlichen Verteidigerkollegen sind dagegen noch recht jung, aber dafür nicht minder talentiert. So stellt man mit Jan Bednar, Dennis Pfaffengut, Fabian Koziol und Tobias Echtler eine insgesamt junge Defensive, die dennoch sehr stark sein sollte im Ligavergleich.

Das Prunkstück des Kaders sollte aber definitiv der Sturm sein. Mit dem kanadischen Duo John Lammers und Tyler Spurgeon, welches Trainer Pallin quasi aus Innsbruck „mitgebracht“ hat, konnte man geballte Offensivpower holen. Beide haben schon in den wenigen Spielen der Runde angedeutet, dass sie die erhoffte Verstärkung sind. Die beiden letzten Kontingentstellen sind aus dem Vorjahr erhalten geblieben. Der Kanadier Brandon Gracel und der Finne Sami Blomqvist sollten in der Liga mit ihren Qualitäten bestens bekannt sein. Gerade deshalb ist es aktuell für den ESV umso schmerzlicher, dass Blomqvist in dieser Partie wohl noch verletzungsbedingt fehlen wird. Verschärft wird die Lage zusätzlich durch die Entscheidung der DEL, Mitte Dezember mit der Saison zu starten. Dadurch steht zu befürchten, dass die beiden Leihspieler Patrick Reimer und Daniel Schmölz ab Dezember nicht mehr im Kader stehen. Schmölz wurde eigentlich als Blomqvist-Ersatz geplant und dass Patrick Reimer für jeden DEL2-Ligisten eine Verstärkung ist, dürfte außer Frage stehen. Damit sind die restlichen Leistungsträger in dieser Partie nur noch mehr gefordert. Dazu zählen auf alle Fälle der frühere Falke Joseph Lewis, Routinier Tobias Wörle und Daniel Oppolzer, der auch schon sehr lange die Schlittschuhe für Kaufbeuren schnürt. Komplettiert wird die Offensive durch Fabian Voit, Max Oswald, Johannes Krauß, Max Lukes und Markus Schweiger.

Insgesamt stellt der ESV Kaufbeuren damit trotz den zu befürchtenden „DEL-Abgängen“ noch immer eine starke Mannschaft, gegen die die Falken ihr bestes Spiel zeigen müssen, denn die Liga hat in den wenigen Spielen schon andeuten lassen, dass die Qualität weiter gestiegen ist und Nachlässigkeiten noch härter bestraft werden. Man muss natürlich abwarten, wie sehr Kaufbeuren die über zweiwöchige Pause weggesteckt hat. Ob es ein Nachteil oder sogar ein Vorteil ist, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall dürfte es eine spannende Partie werden. Sollten die Falken sich ihrer Stärken besinnen und diese über die gesamte Spielzeit abrufen, ist der erste Heimsieg im Eistadion am Europaplatz aber auf alle Fälle möglich.

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