Die Heilbronner Falken traten am heutigen Abend auswärts bei den Tölzer Löwen an. Das erste Bully erfolgte um 18:00 Uhr in der Hacker-Pschorr Arena. Cheftrainer Niko Eronen musste weiterhin auf Lars Schiller und Nolan Ritchie verzichten, zudem fiel Luis Ludin krankheitsbedingt aus. Unterstützung erhielten die Falken erneut durch Aiden Wagner von den HEC Eisbären Heilbronn. Im Tor startete Patrick Berger.
Von Beginn an entwickelte sich ein intensives erstes Drittel ohne Abtasten, in dem beide Teams früh zu Chancen kamen. Die Falken mussten nach fünf Minuten erstmals in Unterzahl agieren, als Paul Fabian wegen Beinstellens auf die Strafbank musste. Doch auch in Unterzahl behielten die Falken die Ordnung und überstanden diese Phase schadlos. Eine weitere Strafzeit gegen Frédérik Cabana (14.) brachte die Tölzer Löwen erneut ins Powerplay, wodurch die Hausherren an Momentum gewannen und ein deutliches Plus an Abschlüssen verzeichneten. Kurz vor der Pause musste Quirin Schlager bei den Oberbayern wegen Stockschlags vom Eis, sodass die Falken das Mitteldrittel in Überzahl beginnen konnten. Tore fielen im intensiven ersten Abschnitt nicht, mit einem 0:0 ging es in die erste Pause.
Die Falken kamen gut aus der Kabine und starteten aktiv ins Mitteldrittel, doch eine unglückliche Strafe nahm früh den Schwung. Frédérik Cabana musste nach einem Stockschlag für fünf Minuten vom Eis, zudem erhielt er eine Spieldauer-Disziplinarstrafe. Die Tölzer Löwen nutzten die lange Überzahl und gingen durch Dominik Daxlberger im Powerplay mit 1:0 in Führung (28.). Auch danach gerieten die Falken unter Druck, hatten jedoch Glück, dass die Gastgeber ihre Chancen nicht konsequenter nutzten.
Nach einer Strafzeit gegen Niklas Hörmann schlugen die Unterländer ihrerseits eiskalt zu. Im Powerplay glich Niklas Jentsch mit einem sehenswerten Schuss zum 1:1 aus, vorbereitet von Lukas Wagner und Robin Just (34.). Wenig später mussten die Falken erneut in Unterzahl, als Jeroen Plauschin wegen Haltens des Stocks abseits des Spielgeschehens auf die Strafbank musste. Doch auch hier überzeugte das Unterzahlspiel der Gäste: Sie ließen nur einen Abschluss zu und kamen selbst durch Robin Just und Thore Weyrauch zu gefährlichen Konterchancen. Mit dem 1:1 ging es in die zweite Pause.
Das Schlussdrittel begann aus Falken-Sicht unglücklich. Topi Piipponen nutzte einen Sololauf und brachte die Tölzer Löwen in der 43. Minute mit einem Schuss durch die Beine von Patrick Berger mit 2:1 in Führung. Die Unterländer zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt, übernahmen zunehmend die Kontrolle und wurden für ihre Geduld belohnt. Bei angezeigter Strafe hielten die Falken lange die Scheibe in der Angriffszone, ehe Calder Anderson freigespielt wurde und aus halblinker Position eiskalt zum 2:2 ausglich (52.).
Die Falken waren nun klar am Drücker, was auch eine Auszeit der Gastgeber nach sich zog. Dennoch gelang den Oberbayern kurz vor Schluss erneut die Führung: Ein Schuss von der blauen Linie fand durch viel Verkehr vor dem Tor den Weg zum 3:2 (59.). Cheftrainer Niko Eronen reagierte mit einer Auszeit, nahm Berger vom Eis und setzte alles auf eine Karte. 15 Sekunden vor dem Ende gelang der entscheidende Zone Entry – Lukas Wagner vollendete sehenswert per Direktabnahme zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich (60.) und traf damit im dritten Spiel in Folge.
In der anschließenden Overtime suchten die Falken zunächst selbst die Entscheidung, doch nach einem eigenen Angriff nutzte Ludwig Nirschl einen Fehler eiskalt aus, lief allein über das Eis und schob die Scheibe zum Game-Winning-Goal durch die Beine von Berger – der bittere Schlusspunkt einer intensiven Partie.
Bereits am kommenden Dienstag steht für die Unterländer das nächste Heimspiel an, wenn die Höchstadt Alligators am Europaplatz gastieren. Der Anbully erfolgt bereits um 17:00 Uhr.