Die Heilbronner Falken haben sich auf dem Eis eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach den Turbulenzen der letzten Wochen konnte sich das Team wieder auf das Spiel auf dem Eis fokussieren und einen furiosen 11:3-Sieg über die Bayreuth Tigers feiern. Herausragend war vor 971 Zuschauern die wiedervereinte erste Sturmreihe um Rückkehrer Nolan Ritchie, Calder Anderson und Thore Weyrauch, die an sieben der elf Tore beteiligt war und insgesamt 19 Scorerpunkte verbuchen konnte. Allein Calder Anderson konnte fünfmal den bedauernswerten Tigers-Goalie Daniel Arendas bezwingen.
Bei den Gastgebern waren fast alle zuletzt verletzungs- oder krankheitsbedingt ausgefallenen Akteure wieder dabei. Auf Jeroen Plauschin und Freddy Cabana musste man verzichten, dafür liefen erstmals Verteidiger Pascal Wiedmann und Stürmer Philipp Nuss mit einer Förderlizenz auf, die üblicherweise für das DNL-Team der Bietigheim Steelers aufs Eis gehen. Nach der Anfangsphase, in der die Tigers durchaus hätten in Führung gehen können, wurde die Bedeutung von Nolan Ritchie, der wochenlang ausgefallen war, für das Spiel der Falken deutlich. In der 5. Minute prüfte er Arendas im Tor der Gäste, Anderson war zur Stelle und staubte zum 1:0 ab. In der Folge schien es, als wollten sich die Unterländer den Frust über die Ereignisse der letzten Wochen von der Seele schießen. Nur elf Sekunden nach der Führung lief der Puck wie am Schnürchen über Anderson und Ritchie zu Weyrauch, der das 2:0 nachlegte. Wiederum nur 49 Sekunden später kam Jentsch frei zum Schuss und konnte Arendas zum dritten Mal bezwingen. Und damit nicht genug, zwei Minuten später schloss wieder die erste Reihe einen schönen Spielzug zum 4:0 ab, erneut traf Calder Anderson. Beinahe hätte Fern wenig später sogar Tor Nummer fünf folgen lassen, doch sein Schuss traf nur den Außenpfosten. Bayreuth zeigte im ersten Drittel auch seine Offensivqualitäten, war im Abschluss aber lange nicht so effizient wie die Falken, bis in der 15. Minute Spacek einen Konter erfolgreich zum 4:1 abschließen konnte. Heilbronn hätte im weiteren Verlauf noch das fünfte Tor draufsetzen müssen, stellte sich in einem fast zweiminütigen doppelten Powerplay aber nicht allzu geschickt an.
Mögliche Hoffnungen der Gäste, wieder heranzukommen, machten die Falken im Mitteldrittel schnell zunichte. Schon nach 31 Sekunden bediente Ritchie seinen Landsmann, der wie verwandelt aufspielende Calder Anderson traf per Direktabnahme zum 5:1. Und auch der sechste Treffer war eine kanadische Co-Produktion, wieder war Ritchie der Assistent, wieder schloss Anderson erfolgreich ab und drückte die Scheibe im Slot über die Linie. Nur im Powerplay wollte den Unterländern weiterhin nicht viel gelingen, in Überzahl ließ man zwei gefährliche Breaks der Tigers zu, doch einmal störte Ritchie noch entscheidend und eroberte die Scheibe zurück, einmal war Berger zur Stelle. Auch in der Folgezeit überzeugten beide Teams nicht durch konsequente Defensivarbeit, sondern ließen einiges zu. Effizienter im Abschluss blieben aber die Gastgeber, die im zweiten Durchgang noch zweimal zuschlugen. Zunächst schloss Fern einen schönen Spielzug über Skvorcovs und Fabian zum 7:1 ab (37.), dann traf Ritchie nach Doppelpass mit Anderson zum 8:1 (39.).
Im letzten Drittel konnten die Oberfranken dss Ergebnis zunächst immerhin etwas erträglicher gestalten. In der 45. Minute traf Ex-Falke Sam Verelst zum 8:2, Piskor verkürzte nach 51 Minuten kurz nach Ablauf einer Strafe auf 8:3. Doch die Falken meldeten sich auch noch einmal zurück, als Ludin erst noch das Gestänge traf und Jentsch erfolgreich zum 9:2 abstaubte (52.). Doch damit nicht genug, in der Schlussphase funktionierte dann auch noch das Heilbronner Powerplay. Anderson machte es bei doppelter Überzahl zweistellig (57.), Skvorcovs setzte bei fünf gegen vier den Schlusspunkt zum 11:3-Endstand (58.).